Debatten und Dialoge über die NS-Zeit in Deutschland und Österreich
Wann: Samstag, 31. Jänner 2026, ab 9:30 Uhr
Ort: Architekturzentrum Wien, Museumsplatz 1 im MQ, 1070 Wien
Eine Kooperation von DOCOMOMO Austria und OEGFA mit Architekturzentrum Wien, Organisation: Albert Kirchengast und Maik Novotny
Neue und „unangenehme“ biografische Erkenntnisse über bekannte Personen der Architekturgeschichte erzeugen oft Widerstände, weil sie deren Heroisierung und Kanonisierung in Frage stellen. Darüber hinaus eröffnen sie die Frage nach dem Politischen in der Architektur. Wie lässt sich beispielsweise eine kritische Haltung zur Person mit der Würdigung des Werks vereinbaren? Wie hängen Biografie und Haltung zusammen – wie relevant sind sie überhaupt für ein künstlerisches Werk? Leben wir heute in einer Zeit nach dem architektonischen Personenkult oder spielen Persönlichkeit(en) und Personen-Kollektive immer noch eine wichtige Rolle? Geht es allein um eine „Mitdenken“ des Biografischen mit einem Werk oder doch um einen unmittelbareren Zusammenhang von Gestaltung und Leben? Welchen Einfluss hat dabei der Wandel unserer moralischen Maßstäbe – ändern sich auch unsere Bewertung eines Werks? Gibt es eine „Schlussstrich-Debatte“ in der Architektur? Was kann die Architekturgeschichte von Historikern lernen? Wann sind wir überhaupt sicher („informiert genug“), ein moralisches Urteil fällen zu dürfen?
Die Auseinandersetzung mit kritischen Biografien ist implizit mit der Rolle des Moralischen in der architektonischen Praxis verbunden. Die Fachtagung blickt auf die NS-Zeit wie durch ein Brennglas und nimmt eine schwelende Debatte auf, um nach einem übergeordneten Verstehen von Architektur im Raum des Politischen zu fragen. Was ist der Raum des Politischen der Architektur? Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit Architekturbiografien des Nationalsozialismus. Wir diskutieren, wie Werk und Haltung sich zueinander verhalten, welche Methoden und Erkenntnisse die (interdisziplinäre) Forschung bietet, und welche Relevanz die Aufarbeitung für die Gegenwart mit ihren eigenen politischen Instrumentalisierungen von Architektur hat.
Mit: Ernst Piper, Stephan Trüby, Philip Oswalt, Hartmut Frank, Anna Paul, Antje Senarclens de Grancy, Hilde Strobl, Martin Boesch, Eva Rubin, Elisabeth Boeckl-Klamper, Martin Düchs, Irene Meissner, Monika Platzer, Anna Soucek
Eintritt frei

